Der Mattheiser Wald - ein Trierer Naherholungsgebiet



Naturschutzgebiet seit August 2003



Pfahlweiher
Quelle: Förderverein Mattheiser Wald e.V.
Lage bei Trier (SO)
Quelle: Naturschutz Rheinland-Pfalz


Lage und Geschichte

Der Mattheiser Wald ist ein großes Waldgebiet im Süd-Osten der Stadt Trier und grenzt an die Stadtteile Feyen, Mariahof und Kernscheid. Zum Ende des Mittelalters befand sich das Waldgebiet in der Grundherrschaft der Abtei St. Eucharius - St. Matthias. Nachdem die Abtei durch französische Revolutionstruppen aufgelöst und der Besitz verkauft wurde, wurde der Wald über mehrere Jahrzehnte immer wieder als Militärübungsplatz genutzt, zuletzt durch das französische Militär, das in den 50er Jahren 324 ha des Mattheiser Waldes für einen Schieß- und Übungsplatz requirierte.



Landschaftsbild, Richtung Trier
Quelle: Förderverein Mattheiser Wald e.V.


Die Schritte zum Naturschutzgebiet

Im Jahre 2001 wurde von der SGD-Nord für die Ausweisung des Waldes zum Naturschutzgebiet eine mündliche Zusage gegeben. Im Oktober 2002 kam die schriftliche Bestätigung, dass sie "beabsichtigt, den Bereich des ehemaligen frz. Truppenübungsplatz im Mattheiser Wald förmlich als Naturschutzgebiet auszuweisen." Demnach soll das geschützte Gebiet ca. 501 ha umfassen, wobei die Grenze Richtung Süden weiter ausgedehnt wurde als anfangs erwartet.
Im August 2003 wurde von der Stadt Trier und dem Bundesland Rheinland-Pfalz (SGD Nord) der Mattheiser Wald mit 447 Hektar Fläche unter Naturschutz gestellt. Seit Mitte 2004 weist die Stadt Trier das Gebiet 6205-301 Mattheiser Wald als von der EU anerkanntes Flora-Fauna-Habitat (FFH) aus. Damit ist es auch Teil von Natura 2000, dem europäischen ökologischen Netz.



Kammmolch
Quelle: Förderverein Mattheiser Wald e.V.


Biotop und Artenvielfalt

Die Überreste der militärischen Nutzung sind nach wie vor in Form von Schießstellen, Übungsparcouren und Panzerstraßen sichtbar. Durch diese Nutzung bildeten sich einerseits vegetationsarme Flächen heraus, andererseits entstanden in tiefen Fahrspuren kleine Tümpel, wo heute zum Beispiel die Gelbbauchunken laichen. Aber der Wald ist nicht nur durch künstlich erschaffene Biotope interessant. Er bietet artenreiche Waldränder, altholzreiche Mischwälder sowie Stillgewässer. Er wird von dem Aulbach mit seinen Feuchtwiesen und dem Pfahlweiher durchflossen und beherbergt seltene Pflanzenarten und Tiere wie Gelbbauchunke, Kammmolch, Fledermäuse und den Schwalbenschwanz.



Freifläche auf der Hochebene
Quelle: Förderverein Mattheiser Wald e.V.


Zukünftige Nutzung und Probleme

Als Beispiel für eine sinnvolle Nutzung sei das Pflanzfest im März 2006 genannt, eine Kooperationsveranstaltung von Lokale Agenda 21 Trier e.V. und Forstamt Trier. Hierbei wurden rund 200 Bäume (Ebereschen und Speierlinge), die Schulkinder als Zukunfts-DiplomandInnen 2005 zu ihrem Diplom erhalten hatten, als Sinnbild der Nachhaltigkeit gepflanzt. Dies war gleichzeitig der Auftakt für das Zukunfts-Diplom 2006.
In der derzeitigen Planung ist man dem Schutzzweck noch nicht vollständig gerecht geworden. So zum Beispiel wird der von der Stadt Trier geplante Handwerkerpark als äußerst kritisch gesehen und wäre an anderer Stelle bestimmt besser aufgehoben. Es ist nicht auszuschließen, dass der Handwerkerpark, wenn er erst mal da ist, Fledermaus und Gelbbauchhabitate in der direkten Umgebung gefährdet und zerstört. Aus unserer Sicht würde sich der Bereich des Hochplateaus stattdessen für die funktionale Integration eines Sozial- und Umweltzentrums mit Naherholungscharakter besser eignen.


(Wer etwas über den bereits im Mattheiser Wald gesichteten Büffel erfahren möchte, lese hier.)