| Wildrosen - vertraut und doch voller Überraschungen |
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Ende Mai bis Mitte Juni blühen in Hecken und Gebüschen die Wildrosensträucher. Mit den gezüchteten Rosen der Gärten können sie - was die Blütengröße und die Blühdauer betrifft - nicht konkurrieren. Dem Wissenschaftler, dem Naturfreund und dem Volkskundler haben sie jedoch viel zu bieten. Darauf deutet zum Beispiel die Tatsache hin, dass es mehrere Tausend wissenschaftliche Veröffentlichungen über Wildrosen gibt. Die Zahl volkstümlicher Schriften, in denen Wildrosen eine Rolle spielen, ist unübersehbar. ![]() Das sind die fünf grünen Blattorgane, die unter den zarten und gefärbten Blütenblättern stehen. Zwei davon haben an beiden Seiten kleine Seitenzipfel, eines nur an einer Seite, und zwei haben keine Zipfel. Hier zunächst das lateinische Gedicht Alberts des Großen: Quinque sunt fratres, duo sunt barbati sine barba sunt duo nati Unus ex his quinque Non habet barbam utrinque Hier eine freie Übersetzung ins Deutsche: Zu fünft sind die Brüder, doch bärtig nur zwei zwei weitere blieben von Barthaaren frei einer ist seltsamer Art einseitig sprießt ihm der Bart. Schaut man aus der Nähe in eine Wildrosenblüte hinein... ![]() ...so fallen in der Mitte der Blütenkrone die zahlreichen gelben Staubblätter auf. Sie locken Insekten an, welche sich vom eiweißreichen Blütenstaub (Pollen) ernähren. Wildrosen sind in dieser Hinsicht für die Kleintierwelt nützlicher als die "gefüllten" Gartenrosen, bei denen durch Genveränderungen die Staubblätter in Blütenblätter umgewandelt sind. Was die Züchter da hätscheln und pflegen, sind eigentlich Abnormitäten, allerdings sehr dekorative - wie man zugeben muss. ![]() Bei dem links gezeigten Beispiel ist alles kahl und glatt. Bei dem rechts gezeigten sind die Stiele mit feinen Borsten besetzt, die am Ende kleine, etwas klebrige Köpfchen tragen, sogenannten Drüsenborsten. Oft sind auch die Hagebutten von ihnen besetzt, meist im unteren Teil, manchmal auch bis oben. |