Der Pirol


Der Pirol - farbenfroh, aber gut getarnt


Foto: Hans Fürst


Im Monat Mai kommt ein Vogel zu uns, den viele zwar dem Namen nach kennen, aber kaum jemand je gesehen hat: der Pirol.
Trotz seines kontrastreichen gelb-schwarzen Gefieders (zumindest beim Männchen), das ein bisschen an seine ursprüngliche Heimat im tropischen Indien erinnert, ist er an seinen Lebensraum hervorragend angepasst und getarnt.

In lichten Wäldern, meistens Laubwäldern, die nicht zu alt sind, erscheint er im Mai (daher auch sein Name Pfingstvogel) und läst bis in den Juni sein melodisches Geflöte hören, das ihm auch seinen Namen gegeben hat: Oriol, Pirol, Bierholer, Vogel Bülow (oder auch französisch Loriot!). Hat man ihn einmal gehört, kann man ihn durch geschicktes Nachflöten leicht irritieren, so dass er aufgeregt antwortet und herumfliegt und dabei vielleicht gesehen werden kann.
Sein kunstvoll geflochtenes Nest hängt als Napf frei in den Astgabeln in mehr als 10m Höhe.


Foto: Helmut Pum

Bei uns im Trierer Raum kann er v. a. in den Talauen von Mosel, Saar, Sauer, Kyll und Salm sowie der Wittlicher Senke gehört werden. Aber auch die Wälder der Moselhänge kommen als Brutbiotope in Frage. Selbst im Trierer Stadtgebiet ist er regelmäßig zu hören, z.B im Mattheiser Wald oder beim Brubacher Hof. Allgemein ist zu sagen, dass der Pirol besonders durch die Vernichtung der Auwälder seltener geworden ist und die wenigen noch vorhandenen potentiellen Biotope auch seinetwegen erhalten bleiben sollten, unter Umständen auch durch Unterschutzstellung(z.B des Mattheiser Waldes).

E.-C. Walter