Moselmuscheln



...auf Sandbänken der Mosel

Foto: Dr. Hans Richter




Wie sie aussehen

Zum Urlaub am Meer gehört für viele Kinder aber auch für manche Erwachsene das „Muschelsammeln“. Wer sich genauer auskennt, weiß, dass es überwiegend keine Muschelschalen, sondern Schneckenhäuser sind, die da gesammelt werden. Diese übertreffen nämlich in ihrer Formenfülle und ihrem Farbenreichtum bei weitem die Muschelschalen. Die Unterscheidung ist in der Regel einfach: Schneckenhäuser sind spiralig gewunden und bestehen immer nur aus einem Teil. Muschelschalen dagegen sind, wie der Name sagt, schalenförmig und bestehen aus zwei spiegelbildlichen Teilen, die bei lebenden Muscheln durch eine Art von Sehnen an einer Stelle miteinander verbunden sind, bei toten Muscheln allerdings meist auseinanderfallen.


Wo man sie findet

Auch an Flussufern kann man, so weit nicht durch Schiffbarmachung die Sand- oder Kiesbänke vernichtet worden sind, Muscheln sammeln. Hier handelt es sich tatsächlich um Muschelschalen. Gehäuse von flussbewohnenden Wasserschnecken findet man seltener. Die Auswahl ist allerdings viel geringer als am Meer. Leider gibt es an der Mosel nur noch an ganz wenigen Stellen Sandbänke, so z. B. nahe der Römerbrücke in Trier und in der Nähe des Sportplatzes in Wasserliesch. Dort entstand auch das Foto.

Arten und Herkunft

Links der Mitte sieht man eine Schale, die erheblich größer ist als die anderen. Sie stammt als einzige von einer Muschel, die natürlicher Bestandteil unserer Tierwelt ist. Wahrscheinlich handelt es sich um die Gewöhnliche Teichmuschel (Anodonta cygnea). Alle anderen Schalen stammen von Muscheln, die ursprünglich in weit entfernten Ländern beheimatet waren und durch den Schiffsverkehr bei uns eingeschleppt wurden. Die schmal zugespitzte Schale am oberen Bildrand in der Mitte stammt von einer Muschel, die wegen ihrer Ausbreitung in neue Gebiete auch „Wandermuschel“ genannt wird. Sie lebte ursprünglich in den Flüssen, die dem Schwarzen Meer zufließen und hat den wissenschaftlichen Namen Dreissena polymorpha. Sie drang schon im frühen 19. Jahrhundert nach Deutschland vor.

Die vielen rundlichen Schalen gehören zur Grobgestreiften Körbchenmuschel (Corbicula fluminea), die aus Südostasien stammt und erst in den letzten Jahrzehnten bei uns eingewandert ist. Der großen Zahl von Schalen nach zu urteilen hat sie sich in der Mosel massenhaft vermehrt.