| ...eine seltene und gefährdete Pflanzenart in der Region Trier
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Wie es aussiehtDas Moorglöckchen ist in allen Teilen zart und dünn. Der Stengel kriecht deshalb über den Boden dahin oder stützt sich auf andere niedrige Pflanzen. Die Blättchen erinnern in ihrem Umriss entfernt an Efeublätter, sind aber viel kleiner und dünner. Die Blüten stimmen in der Form mit denen der Glockenblumen überein, sind aber nur ungefähr 5 mm lang. Hier zeigt sich die Zugehörigkeit zur Familie der Glockenblumengewächse.
Warum es selten und gefährdet istEs ist leicht einzusehen, dass eine derart zarte Pflanze feuchte Standorte braucht. Sie kommt deshalb nur auf Sumpfwiesen vor. Da sie außerdem sehr lichtbedürftig ist, kann sie nur dort gedeihen, wo es keine hohen Gräser und Stauden gibt. Nun weiß man, dass die Vegetation an feuchten Stellen meist besonders üppig ist. Man braucht nur an die hohen Staudensäume entlang der Bachufer zu denken. Dort wäre es für das Moorglöckchen viel zu schattig. Dass feuchte Stellen eine niedrige Pflanzendecke aufweisen, kann nur dadurch zustandekommen, dass der Boden dort extrem nährstoffarm ist, dass Weidetiere die höheren Pflanzen abfressen oder dass der Mensch durch Mähen den Bewuchs kurz hält. In unserem Gebiet kommt das Moorglöckchen deshalb nur auf nährstoffarmen und nassen Mähwiesen oder Viehweiden vor. Die Beweidung darf nicht zu intensiv sein, da das Moorglöckchen starke Trittbelastung durch das Vieh nicht erträgt. Heute nimmt die landwirtschaftliche Nutzung feuchter bis nasser Wiesen immer mehr ab, und die Lebensräume für das Moorglöckchen verschwinden dadurch allmählich. Die Seltenheit der Pflanze hat aber eine weitere Ursache: Sie verträgt keine strengen Winter und ist deshalb an die ozeanische (küstennahe) Klimaregion gebunden. In Deutschland kam das Moorglöckchen schon immer nur im westlichsten Teil vor. Schon immer lag eines der umfangreichsten Vorkommen zwischen Zerf und Losheim (Karte Abb.2). Es wurde in der Nachkriegszeit vom kürzlich verstorbenen saarländischen Botaniker Paul Haffner und nach 1980 im Rahmen des Wettbewerbs „Jugend forscht“ von Ingo Holz aus Greimerath untersucht. Die Karten stammen aus der Arbeit von Ingo Holz. In Rheinland-Pfalz gab es weitere Vorkommen bei Idar-Oberstein und bei Kaiserslautern. Bei Idar-Oberstein verschwand die Pflanze schon um 1900, bei Kaiserslautern vor einigen Jahren. So sind die Vorkommen bei Greimerath, Zerf und Mandern jetzt die einzigen in Rheinland-Pfalz. |
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Abb. 1+2 |
Was man zu seinem Schutz tun kannDa die Landwirtschaft an der Nutzung nasser Wiesen nicht mehr interessiert ist, muss man versuchen, zumindest einen Teil der Wiesen mit Moorglöckchen-Vorkommen auf andere Weise zu erhalten. Im Rahmen des Gewässerprogramms Ruwer und Nebenbäche konnte die Mahd einiger Wiesen finanziert werden. Es ist zu hoffen, dass nach dem baldigen Auslaufen des Projekts die Fortführung dieser Pflegemaßnahmen gewährleistet ist. Im Naturschutzgebiet Pansbruch bei Greimerath leistet die Waldjugend unter Leitung von Förster Ralf Taubert freiwillig und unentgeltlich Arbeiten zur Biotoperhaltung, die sich auch für das Moorglöckchen als sehr vorteilhaft erwiesen haben. Literatur: Holz, I. (1988): Zum Vorkommen des Efeublättrigen Moorglöckchens (Wahlenbergia hederacea) im Schwarzwälder Hochwald.- Dendrocopos 15: 161-163 |