Der Aberglaube
Seinen Namen hat er von der Volksmeinung, er sei völlig unempfindlich gegen Feuer und könne sogar Brände löschen, wenn man ihn
hineinwirft. In alten Zeiten hat wohl so mancher Salamander diesen Irrglauben mit dem Feuertod bezahlen müssen.
Sein Steckbrief
Es bedarf aber keiner Schauermärchen, um das Tier interessant zu finden. Wer so ziemlich alles über den häufigen Bewohner unserer
Wälder finden will und einen Computer hat, findet mit Hilfe der Suchbegriffe „Feuersalamander“ und „Wikipedia“
eine hervorragend gestaltete Internetseite über ihn. Hier kann nur ein kurzer Steckbrief gegeben werden.
Trotz seiner etwas eidechsenartigen Gestalt gehört er nicht zu den Reptilien, sondern - wie seine feuchte Haut beweist - zusammen mit
den Fröschen, Kröten und Molchen zu den Amphibien oder Lurchen. Zusammen mit den Molchen gehört er zur Untergruppe der Schwanzlurche,
bei denen sowohl die Larve als auch das ausgewachsene Trier einen länglichen Körper mit einem langem Schwanz haben.
Die Bezeichnung „Amphibien“ sagt aus, dass es sich um eine Tiergruppe handelt, die im Wasser und an Land zu Hause ist. Wegen ihrer
feuchten Haut, die keinen Verdunstungsschutz in Form von Haaren oder Schuppen aufweist, sind sie austrocknungsgefährdet und auf feuchte
Lebensräume angewiesen. Der erwachsene Feuersalamander gehört allerdings zu den Amphibien, die sich am stärksten von Gewässern
unabhängig gemacht haben. Sein Lebensraum sind feuchte Wälder, wo er sich tagsüber meist unter Totholz, Moospolstern, Steinen oder in
verlassenen Mauselöchern aufhält und nachts auf Nahrungssuche geht. Dabei frisst er alles an Kleingetier, was ihm vor die Nase kommt
und was er überwältigen kann.
Er selbst dagegen hat keine Feinde, weil ihn Giftdrüsen hervorragend schützen. Auf Abb.1 (mit linkem Mausklick vergrößern) erkennt man sie als Anschwellung mit dunklen
Punkten hinter dem Auge. In höchster Gefahr kann er den ätzende Giftsaft bis einen Meter weit spritzen. Räuberische Tiere, die ihn
gepackt haben, spüren schnell den scharfen Geschmack des Giftes und lassen ihn wieder laufen. Nun bewährt sich die grelle Färbung des
Salamanders. Sie prägt sich den Beutegreifern, die unangenehme Bekanntschaft mit dem Gift gemacht haben, so sehr ein, dass sie künftig
um alle Salamander einen Bogen machen. Übrigens sind bei „Ossis“ und „Wessis“ unter den Salamandern die Farbmuster unterschiedlich.
Bei der westlichen Rasse, die bei uns vorkommt, sind die gelben (manchmal auch orangen bis rötlichen) Flecken regelmäßig streifenartig
angeordnet, bei der östlichen Rasse ganz unregelmäßig.
Für den Menschen ist das Gift normalerweise harmlos und kann höchstens einen Juckreiz verursachen. Dennoch wäscht man besser die Hände,
nachdem man einen Salamander angefasst hat, denn man könnte sich unachtsam das Gift in die Augen reiben.
|
Abbildung 1:
Höcker mit den Giftdrüsen
hinter dem Auge
|
Sein Lebensraum und seine Entwicklung
Gewässer spielen beim Salamander nur noch für den Nachwuchs eine Rolle. Das Weibchen sucht zum Ablaichen klare, kühle
Mittelgebirgsbäche auf. „Ablaichen“ ist eigentlich nicht das richtige Wort, denn die Embryonen bleiben mit ihrer Eihülle so lange im
Körper des Weibchens, bis schon selbständig lebensfähige Larven herangewachsen sind. In dem Augenblick, in welchem das Weibchen im
Durchschnitt 30 solche Eier in stillen Buchten oder kleinen Staus von Bächen ablegt, platzen die Eihüllen, und die Larven kommen
heraus. Somit sind die Salamander fast lebendgebärend.
Im Gegensatz zu den Kaulquappen der Frösche und Kröten, die Vegetarier sind, ernähren sind die Salamanderlaven von kleinen
Wassertieren. Sie verbringen 3 bis 6 Monate im Wasser. Dann erfolgt die Verwandlung zum jungen Salamander, zu der die Umstellung von
Kiemen- auf Lungenatmung gehört. Wie bei allen Amphibien spielt außerdem die Hautatmung eine große Rolle.
Auf Abb. 2 ist eine Salamanderlarve zu sehen. Erkennungsmerkmale, durch die man sie gut von Molchlarven unterscheiden kann, sind der
dicke Kopf und der gelbliche Fleck an den Oberschenkeln der Beine.
|
Abbildung 2:
Salamanderlarve, erkennbar am dicken Kopf
und am gelblichen Fleck an den Oberschenkeln
|
Salamanderlarven und ebenso junge Salamander, bei denen die Giftdrüsen noch nicht funktionsfäig sind, haben viele Feinde. Im
Wasser z. B. Libellenlarven und Fische, an Land z.B. Laufkäfer. Dagegen drohen dem ausgewachsenen Feuersalamander Gefahren fast nur
noch von Fahrzeugen auf Straßen und Waldwegen.
© Text und Fotos: 2010, Dr. Hans Reichert
|