Der Seidelbast



...einer der ersten Frühlingsboten

Foto: Dr. Hans Richter







Wie er aussieht

Zu den ersten Frühlingsboten unserer Wälder gehört der Seidelbast (Daphne mezereum). Er blüht oft schon im Februar zusammen mit dem Schneeglöckchen auf. Der kleine Strauch hat dann noch keine Blätter, und die rotvioletten, meist zu Dreiergruppen vereinigten Blüten fallen deshalb um so mehr auf. Die Blüten haben keine Stiele, sondern sitzen direkt an den Ästchen. Diese Erscheinung, die man Stengelblütigkeit (Kauliflorie) nennt, gibt es in der einheimischen Pflanzenwelt nur beim Seidelbast, während sie bei Tropenpflanzen öfters vorkommt, z. B. beim Kaffeestrauch und beim Kakaobaum. Die stark duftenden Blüten haben 4 Blütenblätter, die wie beim Flieder in der unteren Hälfte zu einer Röhre verwachsen sind.

 

Die weitere Entwicklung

Erst nach der Blüte treiben an den Enden der Zweige Rosetten von ovalen, glattrandigen Blättern aus. Zusammen mit der grauen Rinde sind sie nach der Blütezeit ein gutes Erkennungsmerkmal des Seidelbasts. Ab Juni kommen knallrot gefärbte Früchte mit saftigem Fruchtfleisch als weiteres Kennzeichen hinzu.

Foto: Dr. Hans Richter

Seine Giftigkeit

Die Früchte des Seidelbasts sind für Menschen lebensgefährlich giftig, nicht jedoch für Vögel, welche durch das Fressen der Früchte und Ausspucken der Steinkerne zu seiner Ausbreitung beitragen.
Für Menschen sind nicht nur die Früchte giftig, sondern alle Teile der Pflanze. Bei empfindlichen Personen kann allein schon das Berühren des Strauches Hautausschläge auslösen.Das Verschlucken der Früchte, das zum Glück wegen des scharfen Geschmacks auch bei Kindern selten vorkommt, führt unter anderem zu einem würgenden Gefühl im Hals. Daher rührt der volkstümliche Name „Kellerhals“.